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Sarah in Kirgistan

Reiseberichte, Eindrücke und Erlebtes



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Januar-Erlebnisse

"Die Zeit hat Flügel" und meine Zeit hier in Kirgistan scheint immer noch im Sturzflug zu vergehen. Heute habe ich endlich mein neues Visum für Kirgistan bekommen. Nachdem ich also nun 2 Wochen halb-illegal im Land war, könnte ich mich ab jetzt also wieder ausweisen. Aber ausländische Frauen werden fast nie kontrolliert. Es sind eher die Männer die ihre Papiere und ihre Arbeitsbescheinigungen zeigen müssen...und selbst, wenn man alles sofort zeigt, kann sich so eine Kontrolle über Stunden ziehen, da die Beamten Schmiergeld sehen wollen und nicht die Papiere.

Ja, was habe ich im Januar erlebt?

Ich war für 3 Tage mit Freunden in die Berge in eine Daschja (Bungalow, den jede russische Familie hat) gefahren. Das war super, endlich mal raus aus dem grauen Bischkek und rein in die weißen Berge. Wir sind über die ganzen Dörfer gefahren. Das ist schon ein total anderes Leben als hier in der Hauptstadt. Als wir in der Daschja-siedlung angekommen sind, wurde traditionell erstmal ein Wodka getrunken, das Auto ausgeräumt, der Ofen angemacht und dann gemütlich gekocht. Abends war uns dann doch etwas langweilig und wir haben uns entschlossen zu den heißen Quellen zu fahren. Also rein ins Auto, und los gings. Wir haben dabei aber nicht so recht die Zeit bedacht und waren 12 Uhr Nachts bei den heißen Quellen. Da wir nun schonmal da waren, wollten wir aber auch baden. Und zu unserem Glück war das Tor nur angelehnt und wir konnten rein gehen, ohne wirklich einzubrechen. Es war so ein tolles Gefühl mitten in der Nacht, in denBergen, bei Vollmond in den heißen Quellen zu schwimmen. Später kamen allerdings 4 Wachmänner. Ich habe mich erschrocken als sie mich aufeinmal mit ihrer Taschenlampe angeleuchtet haben. Aber zum Glück kannte einer von uns die Leute. Wir haben ihnen etwas von unserem Wodka abegeben, den normalen Eintritt bezahlt und dann war alles gut. Im Endeffekt, sind die Wachmänner sogar selbst mit in den Pool gegangen. Am zweiten Tag sind wir dann in die Berge zum wandern gegangen. Das war auch sehr schon, da es überhaupt nicht kalt war. Wir konnten mittags sogar draussen frühstücken. Am Abend kamen dann noch ein paar russische Freunde vorbei. Wir spielten zusammen Karten und erzählten furchtbare Gruselgeschichten über die Daschja...Und wir sind Nachts noch mit dem Auto durch die Berge gefahren. Ich war überglücklich, endlich mal wieder Auto fahren und dann auch noch Querfeldein durch die Berge und den Schnee!!! Eine super Erfahrung. Am dritten Tag haben wir nur alles wieder aufgeräumt, ins Auto gepackt und dann wieder nach Bischkek.

An einem anderen WE war ich dann endlich auch mal Snowboarden. Ich hatte echt schon etwas Angst, dass ich dieses Jahr wieder nicht fahren kann. Aber es war wirklich super. In Bischkek war an dem Tag absolutes Scheißwetter. Alles grau und minus 20 Grad. Aber in den Bergen war Sonnenschein und minus 12 Grad. Die Lifte waren auf Grund des schlechten Wetters in Bsichkek echt leer. Ich bin also unter traumhaften Bedingungen Snowboard gefahren. Das einzige negative, war echt nur der blöde Tellerlift... Diese Lifte sind ja für Snowboarder immer schon etwas blöd aber dieser Lift, war eine Erfahrung wert. Der Lift bestand nur aus Metall. Ich hatte schon am Anfang Schwierigkeiten, den Lift auseinanderzuziehen. Und die kirgisischen Männer würden ja nie auf die Idee kommen einem zu helfen. Also nach den ersten gescheiterten Versuchen hat es dann mal geklappt. Ich musste mich echt konzetrieren, das Gleichgewicht zu halten... aber als ich dann kurz nach vorne geschaut habe, war doch der Skifahrer auf einmal 1 Meter über den Boden... Ich dachte erst, das ist eine optische Täuschung...aber als ich an der Stelle war, bin ich echt mit dem Lift abgehoben und ein paar Meter lang geschwebt;-) sowas habe ich echt noch nie erlebt. Es war also wirklich ein Abenteuerlift.

An einem anderen Wochenende war ich in der Oper und habe mir die Zauberflöte auf russisch angeschaut. Da ich vorher noch nie in der Oper war, kann ich es leider nicht beurteilen ob es gut oder schlecht war. Aber ich habe für die Oper umgerechnet nur 1,50 € bezahlt...dementsprechend kalt war es aber auch in der Oper. Weil die Heizung eingespart wird.

Ja und ansonsten habe ich im Januar soviel Neujahrsfeste hinter mich gebracht wie noch nie zuvor. Erst habe ich, wie schon erwähnt das "normale" Neujahr am 31.12 gefeiert. Am 6.01 habe ich dann das russiche Neujahr gefeiert. Am 14.01 habe ich Abschied vom alten Jahr gefeiert. Ein Freund von mir erzählt mir, dass von 6.01 - 14.01 die Russen in der Regel einfach nur betrunken sind, da in dieser Woche auch normalerweise nicht gearbeitet wird und man ständig das neue Jahr begrüßt oder das alte verabschiedet. Naja, am 22.01 habe ich dann das chinesische Neujahr gefeiert. Es ist Jahr des Drachens, und für mich also besonders, da ich im Jahr des Drachen geboren bin. EInen Tag später kam dann eine koreanische Freundin vorbei und feierte mit der WG das koreanische Neujahr... Ich bin wirklich vorzüglich in alle diese Jahre reingerutscht...und es kann eigentlich nichts schiefgehen dieses Jahr.

Über die Arbeit

Meine Arbeit war doch im Januar sehr ruhig. Es sind kaum Kinder im Kindergarten, was es für mich doch teilwiese etwas langweilig macht. Teilwiese waren wir 6 Betreuer und 3 Kinder. Und ich musste echt 7 Stunden auf Arbeit rumsitzen. Das war so deprimierend. Ich vermisse teilweise auch echt mal wieder als Krankenschwester zu arbeiten. Mal wieder Verbände machen, Tabletten verabreichen und einfach eigentverantwortlich zu arbeiten. Das einzige pflegerische was ich hier mache ist Kinder lagern (was von meinen Kollegen nicht anerkannt wird) und manchmal kommen Nachbarn vorbei und ich muss Ihnen eine I.M. Spritze in den Po geben...

Die Arbeit mit den Pferden geht mit einem Pferd gut voran. Dieses Pferd hat sich aber die letzte Woche verletzt... Ich finde, dass es eine tiefe Wunde ist. Aber der Pfleger sagt, dass es eine kleine WUnde ist. Ich sage, dass Pferd lahmt, der Pfleger sagt, alles ist gut... Ich sage nichts, der Pfleger sagt, ich soll mir einen Mann von hier nehmen, heiraten und 5 Kinder kriegen;-O So sind die Konservationen mit einem kirgischen Mann.. ein Wunder dass er mit mir Ausländerin überhaupt redet. Aber eigentlich ist er nett....aber ein kirgisischem Mann hat ein kleines, deutsches Mädchen einfach mal nichts zu sagen...

Ja das Wetter hier ist weiterhin kalt. Nächste Woche wird es wieder minus 20 Grad...es schneit und schneit ... Die Straßen sind glatt...Wenn ich eine Maschruttka anhalte muss ich einen Bremsweg von bis zu 10 Metern einrechnen.

Wenn ihr mal fragen habt zu bestimmten Sachen, dann schreibt einfach mal eine Mail. Mittlerweile habe ich echt Routine bekommen...und nehme manche Sachen gar nicht mehr so wahr. Im Juni bekomme ich dann wahrscheinlich auch meinen ersten Besuch von meiner Cousine. ich bin schon gespannt, wie sie Kirgistan findet... Ich habe mich ja mittlerweile echt in dieses Land verliebt.

31.1.12 14:59
 


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