Text?

Sarah in Kirgistan

Reiseberichte, Eindrücke und Erlebtes



  Startseite
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren


http://myblog.de/sarahflora

Gratis bloggen bei
myblog.de





Februar-Erlebnisse

Ja, was ist passiert im Februar...eigentlich nicht so viel neues!! Ich warte seit ungefähr 3 Wochen auf den Frühling...aber der will hier nicht so richtig kommen...

Über die Arbeit

Mit mir und den Kollegen ist es auf Grund der Sprachbarriere immer so ein hin und her...in diesem Monat hat mich eine Kollegin zu sich nach Hause zum Essen eingeladen. Das war schon ein kleines Highlight. In ein traditionell-kirgisisches Haus zu kommen. Es war sehr bescheiden eingerichtet. Gegessen wurde auf dem Boden. In der Mitte des Zimmers war eine Tischdecke ausgebreitet, welche über und über mit Essen gefüllt war. Um die Tischdecke herum, waren Sitzkissen verteilt. Es waren Unmengen an Essen dort! Ich habe gedacht, dass noch andere Gäste kommen. Aber es waren nur noch ein weiterer Gast dort. Das Essen war in kleinen Schüsseln verteilt und jeder hat eine Gabel und einen Löffel bekommen und konnte einfach zugreifen. Es gab Plov (das traditionelle Reisgericht), Salate, Nüsse, Tee, Tomatensaft... und natürlich alles selbstgemacht. Für mich war es aber auch sehr anstrengend 3 Stunden lang eine russische Konversation zu versuchen...und nach dem Ausflug zu meiner Kollegin, war ich auch fix und fertig...Im meiner WG hat dieser Zustand den Namen "Brainfuck" bekommen, den man ist quasi vom Denken total geschafft.

Ansonsten durfte ich diesen Monat in ein staatliches Behindertenheim fahren. Das ist ein sehr großes Heim mit ca. 300 kindern. Auf 10 Kinder kommt 1 Betreuer... Die Kinder sind in verschiedene Gruppen eingeteilt. Es gibt eine "Liegegruppe" das ist für die Behinderten, die nicht in der Lage sind, zu gehen oder zu krabbeln...also die schwerst-eingeschränkten Kinder. Die Kinder in diesem Komplex sahen aus, wie im KZ...so dünne Kinder habe ich noch nie gesehen. Sie waren alle ziemlich apathisch...in jedem Zimmer gab es unzählige Betten...man konnte kaum an jedes Bett rankommen. Die Betten waren (fast) alle mit Namensschild und Geburtsdatum versehen...und die Kinder wurden mit Decken gewickelt, da es nicht genug Windeln gibt...

In den anderen Komplexen waren fast nur Kinder und Jugendliche, welche leichte körperliche und/ oder geistige Einschränkungen haben. Die Kinder sind in Jungen- und Mädchengruppen unterteilt und nach Schwere der Behinderung. Alle Kinder, welche in der Lage sind selbst zu essen sahen eigentlich ganz gesund aus...Alle hatten raspelkurze Haare, und so war schwierig eine Jungs- und Mädchengruppe zu unterscheiden. Das Mittagessen wird in einer großen Küche gekocht und dann Eimerweise (alles zusammen gemischt) in die einzelnen Komplexe gebracht. Dieses Heim wird stark durch Spenden unterstützt und ein schweizer Verein kümmert sich um Ausbildung der Mitarbeiter etc...und ich als Ausländer durfte mir das komplette Heim anschauen...das heißt, dass es also schon ziemlich gut ist... Und dass es noch schlimmer gehen kann, habe ich diesen Monat leider auch erfahren... Viele der Kinder, welche ich auf Arbeit betreue haben Epilepsie und gerade jetzt im Frühling (auch wenn er noch nicht wirklich da ist) gibt es viele Anfälle. Zwei der Kinder waren deswegen schon im Krankenhaus. Ein Junge kam aber nicht wieder...letzte Woche habe ich erfahren, dass er in die Psychiatrie gesteckt wurde und dort für 6 Wochen bleiben muss. Besuch darf er nicht bekommen! Dieser Junge leidet NUR!! an Epilepsie und ist hyperaktiv!! Meine Chefin hat versucht ihn zu besuchen, durfte ihn aber nur hinter einer Glasscheibe sehen...Sie sagte, er wird total mit Medikamenten zugedröhnt und war gar nicht wirklich in unserer Welt...und das für einen 7-jährigen Jungen und für 6 Wochen!!!! Das ist eigentlich jetzt das erste Mal, wo ich mit diesen krassen Unterschieden im Umgang mit Krankheit konfrontiert werde...und ich es nicht fassen kann, dass man wegen Epilepsie in eine geschlossene Einrichtung eingewiesen wird...

Die Natur

In der Natur war ich diesen Monat leider nur 1 Mal...Wir sind wieder zur Datscha rausgefahren...haben die Sonne und den Schnee genossen. Haben versucht Vögel zu schießen... aber zum Glück hatten wir was zu essen mit...den für eine Vogelsuppe, hätten wir doch die Zutaten nicht zusammen bekommen;-) diese kurze Zeit in der Natur war wirklich gut und erholsam!!

Die Partys

Zeppelin, Zeppelin, Zeppelin...

Der Rekord liegt bei 3 mal die Woche...mittlerweile habe wir Mädels einen eigenen Türsteher, der auf unsere Taschen, Getränke und uns aufpasst! Wir werden mit Namen begrüßt und auch immer höflich verabschiedet...Was will ich mehr;-)

Die russische Sprache

ist leider weiterhin ein Buch mit 7 Siegeln für mich...

4.3.12 17:23
 


Werbung


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Antje (12.3.12 20:35)
Hi meine Liebe
Wir machen das auch so, dass wir am Wochenende kleine Reisen unternehmen. Ist es bei euch auch möglich weiter weg zu reisen oder eher schwierig?
Hört sich ja schrecklich an, was du von den Kindern im Heim erzählst! Im Vergleich geht es den Kindern hier sehr gut - auch wenn ich manchmal denke, dass es eigentlich noch mehr bräuchte, um sie vernünftig zu betreuen (wie man es aus Deutschland gewöhnt ist). Aber gut mal zu hören und vergleichen zu können.
Schade, dass es so schwer ist Russisch zu lernen. Aber ich glaube, dass du das schon ganz richtig machst und die für alles einen Ausgleich suchst, um seelisch gesund zu bleiben.
Ganz liebe Grüße aus Guatemala!
Antje

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung